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Der Luftballon (Schweizerdeutsch)

von
Marlies Klein

Übersetzt auf Schweizerdeutsch von Reinhard Lüder
(Hier finden Sie die Originalversion.)

Teil 1
Teil 2
Teil 3

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 Personen seit November 2005

 

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Teil 1

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Hüt isch Märt, wen ihr gsehnd.
En Ma uf de Strass verkauft Ballön.
De blond Hans lueget scho lang
Uf en rote Ballon.

 

Er hät nume n en Foifer
und für so wenig chäm er nume grad d’Schnur über.
De alt Ma sait: S’wird scho dunkel,
chum, ich schenk der de Ballon.

De Hans isch glücklich und er denkt
„Die beste Sache, die gits nume gschenkt.“

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So schnell wen er chan rennt er hei,
wo d’Muetter scho ufen wartet.

Chum Bueb, hopp is Bett,
Em Hans aber fallt no öppis i.
Er holt en Bleistift und Papier
und was er schribt, das gsehnder hier.

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De Brief hät er an Ballon bunde,
dänn hätt er s’Fenster ufgmacht.
Di rot Kugle is devoogfloge,
uf en ungwüssi Reis.

No lang isch er am Fenster staa blibe
und hät sim Botschafter naaglueget.
De dunkel Chreis verschwindet bald,
scho staht de Mond det überem Wald.

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Teil 2

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Und wo de Hans dänn endlich gschlafe hät,
isch de Ballon mit sim Brief höch ufe gfloge,
wiit, wiit weg
villicht bis zu de Stärne.

 

Dune schlaft  d’Erde im Dunkle,
nume d’Liechtli gseht mer funkle
us de grosse Stadt am See.
Uf de Berge glänzt de Schnee. 

De Mond lüchtet hell
uf de muntere Gsell.
Was isch dänn das da,
wo a sim Bei zablet?

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Alli Tier und d’Menschen schlafed.
Nur er flügt bi den Wulcheschöfli.
Endlich gat dänn d’Sunne uf
und weckt d’Tier und Menschen uf.

 

Det en Fluss und dunkli Wälder,
steili Felse, grüeni Felder.
Schnee ligt uf de Bergrugge,
und en Zug fahrt über d’Brugge.

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Dänn schwebt er a de Schwalbe vorbii
wo dänket was das ächt für en Vogel sig.
Und d’Chind lachet und schreiet:
Lueget de lustig Luftballon det.

 

Dänn isch er über de See gfloge
zwüschet Wulche und zwüschet Woge.
Wär au gern no länger blibe,
hett de Wind ihn nöd so tribe.

Bald fühlt er wie dicki Tropfe
ihm uf sini dünn Huut chlopfed.
Fascht isch er hange blibe amene Turm
und dem sini Glocke lüütet Sturm.

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Dänn es Zucke und es Zische,
dumpfe Dunner grollt dezwüsche,
hüült de Wind und suust devo
mit em rote Luftballon.

Er triibt de arm Chaib vor sich her,
ufen und abe, krüüz und quer.
Sturm peitscht en und Räge bis er zletscht
zerplatzt isch und i Stückli zerfätzt.

We isch de Ballon emal munter gsi,
jetzt falled sini Stückli abe.
Ufere Wiese blibt er liege,
und niemeh wird er wieder flüge.

 

Teil 3

 

Weisch was isch i dem Breifli gstanden,
wo de Hans dehei im Chaste hät gfunde?

Caro amico
Min Vater isch hüt morge früe,
Gras go mähe für oisi Chüe.
Und au Fueter für oisi Geisse.
Was hät er da gseh lige im Gras?
Es Stückli Huut, es Stückli Schnuer
und es Papier, was isch dänn das?

 

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Im Huet hät er das Ding hei treit
und zum trochne usbreitet.
De Brief hämmer aber nod chönne versta,
drum hämmer möse zum Don Agostino ga.

 

Er isch en sehr en gschiide Ma,
wo fast alli Sprache cha.
De Don Agostino hat de Brief gläse und gsait:
S’isch en Luftballon gsi.

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Die Reste, wo min Vater gfunde hät,
chömed jetzt zrugg zu dir.

En Gruess mit de Nachricht vom rote Ballon
   Domenico und Giovanni (sin Sohn)

 

Wie mängisch hät de Hans i de Nacht
im Traum sin Ballon gseh,
wie n’er über d’Wulche zogen isch.
Doch dänn nach e paar Wuche hät er en vergässe-

Het de Pur de Ballon nöd gfunde,
wär er gsi für immer veschwunde.
So hät de Ballon knüpft es Band
zu guete Mänsche im Nachbarland.

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Du dänksch jetzt wohl die Gschicht isch nur erfunde,
und glaubsch sie au gar nöd,
doch es isch würkli alles wahr,
die Buebe bsuchet sich jedes Jahr.
Fründe sind si scho lang,
dank eme rote Luftballon.

 


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Wenn du den andere vo dim Glück schenksch,
chunts verwandlet wieder zu dir zrugg.
Sones Restli bliibt vo vilne Sache,
wo d’Mensche sehr dra ghanget sind.


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