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Der Luftballon

von
Marlies Klein

Teil 1
Teil 2
Teil 3

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 Personen seit November 2005

 

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Teil 1

203_50.jpg (31971 Byte) Heut ist Jahrmarkt, wie ihr seht,
Ein Luftballonmann auf der Strasse steht.

Der blonde Hans schaut lange schon
Auf einen roten Luftballon.

 

Einen Fünfer hat er nur,
Das reicht gerade für die Schnur.
Der Alte sagt "Es dämmert schon,
Komm her, ich schenk dir den Ballon."

Der Hans ist glücklich und er denkt:
"Das Beste kriegt man nur geschenkt."

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So schnell er kann, läuft er nach haus',
Die Mutter schaut schon nach ihm aus.

"Komm Bub, jetzt schnell ins Bett hinein",
Dem Hans jedoch fällt etwas ein.
Er holt sich Feder und Papier,
Und was er schrieb, das seht ihr hier.

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208_70.jpg (13892 Byte) 209_60.jpg (8926 Byte)

 

Den Brief band er an den Ballon,
Dann öffnet er das Fenster leise,
Die rote Kugel schwebt davon.
Auf eine ungewisse Reise.
Noch lang blieb er am Fenster stehn,
Um seinem Boten nachzusehn.
Der dunkle Kreis verschwindet bald,
Schon steht der Mond dort überm Wald.
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Teil 2

211_50.jpg (12689 Byte) Und als der Hans nun endlich schlief,
Flog der Ballon mit seinem Brief
Hinauf, vielleicht bis in die Sterne,
weit, weit in unbekannte Ferne.

 

Drunten schläft die Erde im Dunkeln,
Nur die Lichter sieht man funkeln
Aus der grossen Stadt am See.
Auf den Bergen glänzt der Schnee.

Der Mond leuchtet hell
Auf den muntern Gesell.
Was zappelt am Bein,
Was mag das wohl sein?

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213_50.jpg (21715 Byte) Während Tier und Menschen schlafen,
Fliegt er mit den Wolkenschafen.
Endlich steigt die Sonn' herauf
Wecket Tier und Menschen auf.

 

Da ein Fluss und dunkle Wälder,
Steile Felsen, grüne Felder.
Schnee liegt auf der Berge Rücken,
Und ein Zug fährt auf der Brücken.
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215_40.jpg (10732 Byte) Schwebt er an den Schwalben vorbei,
Denken die, was das für ein Vogel sei.
Und die Kinder lachten und schrien,
Seht dort den lustigen Luftballon ziehn.

 

Dann ist er über den See geflogen
Zwischen Wolken und zwischen Wogen.
Wäre gern noch lang geblieben,
Hätt' der Wind nicht so getrieben.

Bald fühlt er wie dicke Tropfen
Auf die dünne Haut ihm klopfen.
Fast blieb er hängen an einem Turm
Und die Glocken läuten Sturm.

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218_45.jpg (17965 Byte) Dann ein Zucken und ein Zischen,
Dumpfer Donner grollt dazwischen,
Heult der Wind und saust davon
Mit dem roten Luftballon.

Er treibt den armen Kerl vor sich her,
Hinauf und hinunter, kreuz und quer.
Sturm peitscht ihn und Regen bis er zuletzt
zerplatzte und in Stücke zerfetzt.
Wie war der Luftballon einst munter,
Jetzt fielen seine Stücke herunter.
Auf einer Wiese blieb er liegen,
Und nie mehr wird er wieder fliegen.

 

Teil 3

 

 

Weisst du was in dem Brieflein stand,
Das Hans daheim im Kasten fand?

Caro amico
Mein Vater ging heut in der Früh
Das Gras mähen für unsre Küh',
Und Futter auch für unsre Ziegen.
Was sah er auf der Wiese liegen?
Ein Stücklein Haut, ein Stücklein Schnur
und ein Papier, was ist das nur?

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220_50.jpg (6586 Byte) Im Hut trägt er das Ding nach haus'
und breitet es zum trocknen aus.
Den Brief aber konnten wir nicht verstehn
Und mussten zu Don Agostino gehn.

 

Er ist ein hochgelehrter Mann,
der beinah alle Sprachen kann.
Als Don Agostino den Brief gelesen,
sagt er, ein Luftballon ist es gewesen.

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Die Reste, die mein Vater fand,
Kommen zurück in deine Hand.

Es gaben dir Kunde vom roten Ballon
      Domenico und Giovanni (sein Sohn)

 

 

Wie oftmals hatte der Hans in der Nacht
Im Traum an seinen Ballon gedacht.
Er sah ihn über den Wolken ziehn,
Doch nach ein paar Wochen vergass er ihn.

Hätte der Bauer ihn nicht gefunden,
Wär der Ballon für immer verschwunden.
So knüpfte der kleine Ballon ein Band
Zu guten Menschen im Nachbarland.

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Du denkst, erfunden sei die Geschicht',
Und du glaubst sie wohl gar nicht,
Doch es ist wirklich alles wahr,
Die Buben besuchen sich jedes Jahr.
Freunde sind sie lange schon,
Das machte ein roter Luftballon.

 


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225_70.jpg (11930 Byte) Schenkst andern du von deinem Glück,
Verwandelt kommt's zu Dir zurück.
Solch Restlein bleibt von vielen Dingen
Woran ihr Herz die Menschen hingen.

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